Da geht es um Gelassenheit. Letztlich. Doch erstmal geht es um Differenzierung: Vier Möglichkeiten mit unserem Geist und seinem ungestümen Wirbeln aktiv zu spielen, sind zentral (beim Thema 'Lächeln im Geist'):
Erstens: Die Steuerung unserer unmittelbaren Denkprozesse, z.B. mittels Re-Erinnerung - also Wiederholung von uns hilfreich erscheindender Affirmation. Gleichzeitig oder zusätzlich Analyse der Herkunft unserer Gedanken. (Beispiel: "Ich lächle mich an und akzeptiere mich", ist so ein Satz. Gleichzeitig merke ich, dass meine negative Selbstsabotage mich klein machen möchte, so dass ich gehätschelt werde. So wie damals von meinen Eltern.)
Zweitens: Im Nachhinein über unsere Gedanken und den wilden Geist lachen oder sanft lächeln. Gestern dachte ich noch, die Welt geht unter, wenn ich diese schönen Schuhe nicht habe, heute früh schaue ich in den Schuhschrank und sehr fast die gleichen.
Drittens: Im Moment, wenn die verrückten Gedanken auftauchen, darüber lächeln. Technisch heisst das: ich schaue in den Geist. das braucht etwas Übung, weil ich generell Achtsamkeit trainieren muss.
Viertens: Ich schaue auf den Geist (Dzogchen/Mahamudra). Vereinfacht gesagt, diese "direkte Sicht" weitet den inneren Raum des Geistes. Da gibt es verschiedene Tricks: Ich schaue von Innen auf das Dritte Auge. Oder von leicht vorne oben auf den Geist. Oder hier eine Variante aus der taoistisch-buddhistischen Tradition: Ich lächle physisch ganz leicht und entspanne meine Stirn.
Alle vier Möglichkeiten der lächelnden Steuerung des Geistes gehen in die Richtung dessen, was im Tiebtischen Meditation, gom-pa, ist. gom-pa heisst "sich vertraut machen". Meditation bedeutet so, sich vertraut machen mit dem Geist. Sich vertraut machen ist kein verbissendes Üben, sondern eine sanfte, lächelnde Möglichkeit, den eigenen Geist zu betrachten.
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